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Coole Sache!

   

Auf der Musikmesse in Frankfurt am 15.03.08 haben sich Tino und Jonas ein paar Weltstars zur Photo Op geangelt.

 

without wax - Tino und Paul Gilbert without wax - Tino und Mike Terrana

mit Paul Gilbert

mit Mike Terrana

 

without wax - jonas mit helmut hattler

mit Helmut Hattler

 

 

 
   
 

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without wax - gruppe19

 

Die wahre Alternative

 

„Rock meets Uschmann“… was wie eine Beschreibung meines Lebens klingt, war der Titel einer Veranstaltung im Bühnenhaus meiner Geburtsstadt Wesel.

 

Der Schriftsteller und Musikjournalist kehrte heim, um gemeinsam mit drei Bands vor ausverkauftem Haus für das Wohl seiner alten Schule zu spielen. Das Publikum? Von 12 bis 65 Jahren, drei Generationen umspannend. Nicht alle konnten über meine Geschichten lachen. Und der Emo-Punkrock zweier Bands des Abends ließ zwei der drei Generationen ratlos zurück. Die dritte allerdings sorgte dafür, dass die Kiefer aller Altersklassen nach unten fielen und die Ohren sich aufrichteten. Es war unglaublich. An den ruhigen Stellen konnte man eine Stecknadel fallen hören und rockten sie, brachten sie jeden Anwesenden von innen zum Leuchten. Als der letzte Ton verklungen war, herrschte für ein paar Sekunden Stille wie beim Kino-Abspann eines Jahrhundertfilms – dann sprangen sie auf. Drei Generationen. Alle zusammen. Standing Ovations. So was hatten sie schon lange nicht mehr gesehen.

 

Die Band hieß Without Wax, und dass sie nicht schon längst Weltruhm erlangt hat, liegt an einem großen Missverständnis unserer Zeit: Dem Glauben daran, dass Mainstream Rock immer noch in der Mehrheit wäre.

 

Doch seien wir ehrlich, dem ist nicht so. Was kriegen wir denn jeden Tag auf den Tisch, gerade von jungen Männern? Punk. Emo. Metal. Indie. Viel Geschrammel, viel Geholze. Aber fünf Teenager ohne Führerschein, die ihre Instrumente auf hohem Zocker-Niveau beherrschen, sich auf der Bühne wie alte Hasen bewegen und so ein zeitloses Songwriting an den Tag legen, als hätte man die Beatles, die Foo Fighters, Weezer und Bon Jovi gekreuzt? Wie oft hören wir das? In gut? In mitreißend? Mit einem Sänger, der Grunge-Kante ebenso kann wie Pop-Schmelz? Mit einer Rhythmusgruppe, die so sehr weiß, was sie tut, dass auch Musikerfachleute diesen Rock'n'Roll begeistert hören können? Mit zwei Gitarristen, die sanftes Geperle, Bratwand und Metal-Säge fusionieren? Saftig in Szene gesetzt von Siggi Bemm, der Maffay schon genauso produziert hat wie Kreator?

 

Without Wax sind sehr jung, schon seit Jahren dabei, haben Nena und Fury & The Slaughterhouse supportet und sehen so gut aus, dass die PR-Abteilungen der großen Plattenfirmen eigentlich einen Harten kriegen müssten. Bekamen Sie auch. Doch um das Debüt „We Should Believe“ herauszubringen, diktierten sie der Band so viele entwürdigende Bedingungen, dass diese freiwillig den Major-Deal absagten und die Platte auf Limited Access Records verlegten. Kann man im Selbstverständnis noch deutlicher werden? Und ist es nicht tragikkomisch, dass Classic Rock es heute schwerer hat als die „Alternativen“?

 

Without Wax singen in wendigen Worten über Alltagsprobleme und feiern feurig die „Saturday Night/Everynight!“, aber sie schaffen es auch, den realen Selbstmord eines Mitschülers mit einer so heiteren Melodie zu kombinieren, dass der Kontrast die Verletzung umso deutlicher macht („No School Today“). Sie schließen mit einer Ballade („Now I'm Here“), stellen einen Amoklauf ins Zentrum („Kevin's Got A Gun“) und wenn sie für drei Generationen spielen, holen sie 2 Cellistinnen dazu und covern derart beeindruckend und eigenständig die Beatles, dass man den Track als Bonus auf deren Re-Issues packen möchte.

Ich saß damals hinter der Bühne, bei „Rock meets Uschmann“, aber ich bin auch aufgestanden. Weil's „Alternative“ wie Sand am Meer gibt und es oft nur eine Entschuldigung für Inkompetenz ist. Without Wax hingegen gibt's nur ein Mal.

 

Chapeau!

Oliver Uschmann

 


 

 

 

 

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